»Opfer« - einst ein Begriff für erlittenes Unrecht, heute eine verbale Allzweckwaffe. In Bundestagsdebatten und am Abendbrottisch wird das Wort zum Vorwurf: Wer jammert, stört die Harmonie; wer Sensibilität zeigt, gilt als elitär. Zum Abschluss unserer Reihe »Zwischen/Zeiten« analysiert die vielfach preisgekrönte Publizistin Alice Hasters diesen gefährlichen kulturellen Wandel. Warum feiern wir das »Recht des Stärkeren« plötzlich wieder als authentisch, während Verletzlichkeit zum Makel degradiert wird? Hasters seziert mit produktiver intellektueller Unruhe, wie dieser neue Kult der Härte den Boden für autoritäre Herrschaft bereitet. Paradoxerweise kreieren gerade diese Systeme ihre eigenen »Opfer« - ob die »bedrohte Kultur« oder den »gefährdeten Wohlstand« -, um ihre Ausgrenzung zu legitimieren. Alice Hasters hält die Widersprüche unserer Gegenwart aus und setzt der Spaltung die politische Kraft der Verbundenheit entgegen. Wir denken mit ihr über eine Gesellschaft am Kipppunkt nach und stellen gemeinsam mit der bundesweit bekannten Bestseller-Autorin die dringende Frage, wie wir die Empathie als politische Stärke zurückgewinnen. Veranstaltungssprache: Deutsch
Quelle: Veranstalter
Veröffentlicht am Fr, 20. März 2026 um 16:49 Uhr