Vorträge und Lesungen
Antisemitismus und die Lust am Wahn
- Wann
- Do, 18. Juni 2026, 20:00 Uhr
- Wo oder WAS
-
Freiburg
Universität KG I, Hörsaal 1009
Max Horkheimer hält den Antisemitismus »trotz der ungeheuren Bedeutung
wirtschaftlicher und sozialer Tendenzen [...] für ein im Wesentlichen psycho-
logisches Phänomen« und betont damit dessen zutiefst irrationalen Charakter.
Daran anknüpfend argumentiert der Vortrag, dass der Antisemitismus eine
zentrale Funktion im psychischen Haushalt von Antisemiten erfüllt, ihnen
einen psychischen Gewinn verschafft, auf den sie keinesfalls verzichten wollen
und der sie gegen jede Kritik immunisiert.
Dieser psychische Gewinn kann auch so beschaffen sein, dass er sich geradezu lustvoll manifestiert.
Die Berichte über die Lust der Angreifer beim Foltern, Verstümmeln und
Morden am 7. Oktober 2023 werfen solche Fragen erneut in dringender Weise
auf, insbesondere angesichts der massiven sexuellen Gewaltakte, die an diesem
Tag begangen wurden. Erleben die Angreifer dabei eine Form sexueller Lust?
Und in welchem konkreten Sinne wird die sexuelle Gewalt durch Antisemitismus
stimuliert? Unter Rückgriff auf psychoanalytische Überlegungen versucht der
Vortrag die Frage der Lust am antisemitischen Wahn zu ergründen.
Es spricht Thorsten Fuchshuber (Brüssel), Autor von Rackets. Kritische Theorie
der Bandenherrschaft (ça ira 2019). Jüngste Veröffentlichungen zum Vortragsthe-
ma: Der Genuss am Judenhass: Über den Zusammenhang von Antisemitismus und
Narzissmus. In: Stephan Grigat (Hg.): Kritik des Antisemitismus in der Gegenwart.
Erscheinungsformen - Theorien - Bekämpfung, 2023; Pogrom und eliminatorischer
Antisemitismus: Über sexuelle Gewalt, Lust und Aggression am 7. Oktober. In: sans
phrase, Heft 24, Sommer 2024; The Role of Sexual Violence on October 7. In: The
ISCA Beinner Family Research Series on Antisemitism, März 2025. Um 20 Uhr im
Hörsaal 1009 im KGI der Universität Freiburg.
Die Veranstaltung ist kostenlos Quelle: Veranstalter
Veröffentlicht am Fr, 12. Juni 2026 um 11:58 Uhr
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