Vorträge und Lesungen
Autorenlesung mit Lorenz Hemicker
- Wann
- Do, 5. März 2026, 19:00 Uhr
- Wo oder WAS
-
Lörrach
Stadtbibliothek
Am Donnerstag, 5. März 2026, um 19 Uhr ist der Journalist und Autor Lorenz Hemicker in der Stadtbibliothek Lörrach zu Gast und liest aus seinem Buch »Mein Großvater, der Täter. Eine Spurensuche«.
Lorenz Hemicker ist Journalist und Chef vom Dienst bei FAZ Net. Im letzten Jahr hat er sein viel beachtetes Buch »Mein Großvater, der Täter. Eine Spurensuche« veröffentlicht. Nun kommt er zu einer Lesung nach Lörrach in die Stadtbibliothek.
Lorenz Hemicker spricht über seine persönliche und journalistische Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit seiner Familie.
Im Mittelpunkt des Buches steht eines der grausamsten, lange wenig bekannten Massaker des Holocaust: Im Spätherbst 1941 ermorden Angehörige der SS und ihre Helfer im Wald von Rumbula bei Riga mehr als 27.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder. Die Gruben, in denen die Opfer erschossen werden, werden von Ernst Hemicker, einem SS-Offizier, konstruiert - dem Großvater des Autors. Für seine Beteiligung an den Verbrechen wird er nie zur Rechenschaft gezogen.
Lorenz Hemicker wächst Jahrzehnte später mit einer diffusen Ahnung dieser Schuld auf. In seiner Familie wird über die Vergangenheit kaum gesprochen. Es sind lediglich wenige, stereotype Sätze, die sein Vater bei passenden Gelegenheiten im Freundes- und Bekanntenkreis wiederholt - Bruchstücke einer Geschichte, die nie wirklich erzählt wird. Als Vater und Sohn beschließen, gemeinsam nach Lettland zu reisen, um mehr über die Taten des Großvaters zu erfahren, stirbt der Vater unerwartet. Diese Zäsur wird für Lorenz Hemicker zum Ausgangspunkt einer jahrelangen Recherche.
Seine Spurensuche führt ihn an den Ort des Massakers von Rumbula, zu Überlebenden des Holocaust in Riga und tief hinein in deutsche und internationale Archive zur Geschichte des Zweiten Weltkriegs. Dabei entsteht das eindringliche Porträt eines Mannes, der - wie viele andere - kein dämonischer Ausnahmefall war, sondern ein »ganz normaler« Täter. Zugleich erzählt das Buch von den Nachwirkungen dieser Schuld: davon, wie die Verbrechen des Großvaters das Leben des Sohnes und des Enkels noch Jahrzehnte später prägen und wie Schweigen, Verdrängung und fragmentarisches Wissen innerhalb von Familien weitergegeben werden.
»Mein Großvater, der Täter« ist weit mehr als eine historische Recherche. Es ist eine persönliche, bewegende und zugleich präzise erzählte Auseinandersetzung mit deutscher Schuld, mit der Frage nach Verantwortung über Generationen hinweg und mit dem Wissen - oder Nicht-Wissen - in den Familien der Täter. Hemicker verbindet dabei journalistische Genauigkeit mit literarischer Erzählkraft und öffnet einen Raum für eine Debatte, die auch mehr als 80 Jahre nach den Verbrechen nichts von ihrer Aktualität verloren hat.
Quelle: Veranstalter
Lorenz Hemicker ist Journalist und Chef vom Dienst bei FAZ Net. Im letzten Jahr hat er sein viel beachtetes Buch »Mein Großvater, der Täter. Eine Spurensuche« veröffentlicht. Nun kommt er zu einer Lesung nach Lörrach in die Stadtbibliothek.
Lorenz Hemicker spricht über seine persönliche und journalistische Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit seiner Familie.
Im Mittelpunkt des Buches steht eines der grausamsten, lange wenig bekannten Massaker des Holocaust: Im Spätherbst 1941 ermorden Angehörige der SS und ihre Helfer im Wald von Rumbula bei Riga mehr als 27.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder. Die Gruben, in denen die Opfer erschossen werden, werden von Ernst Hemicker, einem SS-Offizier, konstruiert - dem Großvater des Autors. Für seine Beteiligung an den Verbrechen wird er nie zur Rechenschaft gezogen.
Lorenz Hemicker wächst Jahrzehnte später mit einer diffusen Ahnung dieser Schuld auf. In seiner Familie wird über die Vergangenheit kaum gesprochen. Es sind lediglich wenige, stereotype Sätze, die sein Vater bei passenden Gelegenheiten im Freundes- und Bekanntenkreis wiederholt - Bruchstücke einer Geschichte, die nie wirklich erzählt wird. Als Vater und Sohn beschließen, gemeinsam nach Lettland zu reisen, um mehr über die Taten des Großvaters zu erfahren, stirbt der Vater unerwartet. Diese Zäsur wird für Lorenz Hemicker zum Ausgangspunkt einer jahrelangen Recherche.
Seine Spurensuche führt ihn an den Ort des Massakers von Rumbula, zu Überlebenden des Holocaust in Riga und tief hinein in deutsche und internationale Archive zur Geschichte des Zweiten Weltkriegs. Dabei entsteht das eindringliche Porträt eines Mannes, der - wie viele andere - kein dämonischer Ausnahmefall war, sondern ein »ganz normaler« Täter. Zugleich erzählt das Buch von den Nachwirkungen dieser Schuld: davon, wie die Verbrechen des Großvaters das Leben des Sohnes und des Enkels noch Jahrzehnte später prägen und wie Schweigen, Verdrängung und fragmentarisches Wissen innerhalb von Familien weitergegeben werden.
»Mein Großvater, der Täter« ist weit mehr als eine historische Recherche. Es ist eine persönliche, bewegende und zugleich präzise erzählte Auseinandersetzung mit deutscher Schuld, mit der Frage nach Verantwortung über Generationen hinweg und mit dem Wissen - oder Nicht-Wissen - in den Familien der Täter. Hemicker verbindet dabei journalistische Genauigkeit mit literarischer Erzählkraft und öffnet einen Raum für eine Debatte, die auch mehr als 80 Jahre nach den Verbrechen nichts von ihrer Aktualität verloren hat.
Quelle: Veranstalter
Veröffentlicht am Do, 19. Februar 2026 um 14:17 Uhr
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