Theater
Die Immoralisten spielen ein Stück von Ödön von Horváth als Open Air
Grenzüberschrei- tung ist das Motto für die kommende Spielzeit der Immoralisten, reale Grenzen sind Inhalt ihres Auftakt-stücks. "Hin und Her" heißt die Satire von Ödön von Horváth, die sich das Freiburger Theater als Sommer-Open Air vorgenommen hat.
Eine Grenze. Irgendwo. Davor ein Mensch, der dort gestrandet ist und nicht vor kann und nicht zurück. Was klingt wie die Beschreibung der Situation in einem der vielen Flüchtlingsauffanglager, stammt aus dem Jahr 1934. "Es ist unglaublich aktuell – damals wie heute", sagt der künstlerische Leiter Florian Wetter.
Horváths Stück "Hin und Her" beschreibt die Geschichte von Ferdinand Havlicek, der des Landes verwiesen wird, weil er bankrott ist. Er kann nicht zurück in sein Geburtsland – er hat versäumt, rechtzeitig einen Antrag zu stellen. Nun ist er gefangen zwischen zwei Grenzen auf einer Brücke im Niemandsland. Und verloren zwischen dem, was um ihn herum passiert: den beiden, die sich über die Grenzen hinweg verliebt haben und ihn als Boten benutzen. Dem Schmugglerpaar, einer Nonne und einer Krankenschwester. Und dem Ehepaar aus der Stadt, das aufs Land gezogen ist, weil er angeln möchte und sie lesen. "Das sind wunderbare Zutaten", sagt Wetter, "mit der Horváth Kontrastkomik schafft."
Das Stück, eines der weniger bekannten des Schriftstellers, sei leicht und lustig trotz des ernsten Hintergrunds, sagt Wetter. Aber es sei ihnen wichtig, nicht nur zu bespaßen, sondern auch die dunklen, melancholischen Töne zu transportieren. Und ein "Thema unserer Zeit", zu behandeln, ohne zu belehren oder mit allzu Konkretem den Finger in die Wunde zu legen. Die Zuschauer, sagt Wetter, sollen eigene Bilder, ihr eigenes moralisches Empfinden entwickeln.
Dass das Stück von 1934 ist, helfe dabei. Die zeitliche schaffe zugleich eine emotionale Distanz, die es leichter mache zu verstehen und zu verarbeiten, sagt Wetter. Dafür sei Theater da: "Es bietet andere Perspektiven und stellt Dinge vergrößert dar."
Termin: Freiburg, Theater der Immoralisten, 14. Juli, 20.30 Uhr; Tickets und weitere Termine unter http://www.immoralisten.de von Susanne Ehmann
Horváths Stück "Hin und Her" beschreibt die Geschichte von Ferdinand Havlicek, der des Landes verwiesen wird, weil er bankrott ist. Er kann nicht zurück in sein Geburtsland – er hat versäumt, rechtzeitig einen Antrag zu stellen. Nun ist er gefangen zwischen zwei Grenzen auf einer Brücke im Niemandsland. Und verloren zwischen dem, was um ihn herum passiert: den beiden, die sich über die Grenzen hinweg verliebt haben und ihn als Boten benutzen. Dem Schmugglerpaar, einer Nonne und einer Krankenschwester. Und dem Ehepaar aus der Stadt, das aufs Land gezogen ist, weil er angeln möchte und sie lesen. "Das sind wunderbare Zutaten", sagt Wetter, "mit der Horváth Kontrastkomik schafft."
Das Stück, eines der weniger bekannten des Schriftstellers, sei leicht und lustig trotz des ernsten Hintergrunds, sagt Wetter. Aber es sei ihnen wichtig, nicht nur zu bespaßen, sondern auch die dunklen, melancholischen Töne zu transportieren. Und ein "Thema unserer Zeit", zu behandeln, ohne zu belehren oder mit allzu Konkretem den Finger in die Wunde zu legen. Die Zuschauer, sagt Wetter, sollen eigene Bilder, ihr eigenes moralisches Empfinden entwickeln.
Dass das Stück von 1934 ist, helfe dabei. Die zeitliche schaffe zugleich eine emotionale Distanz, die es leichter mache zu verstehen und zu verarbeiten, sagt Wetter. Dafür sei Theater da: "Es bietet andere Perspektiven und stellt Dinge vergrößert dar."
Termin: Freiburg, Theater der Immoralisten, 14. Juli, 20.30 Uhr; Tickets und weitere Termine unter http://www.immoralisten.de von Susanne Ehmann
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Fr, 08. Juli 2016