Vorträge und Lesungen

Édouard Manet und Edgar Degas - Kunst im Zeitalter gesellschaftlicher Umbrüche in Berlin

Thomas R. Hoffmann

Wann
Fr, 30. Januar 2026, 17:30 Uhr
Wo oder WAS
Berlin
Urania Berlin
Vorverkauf
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Veranstalter
Urania Berlin e.V.
Wie reagierten zwei wegweisende Künstler der Moderne auf den rasanten gesellschaftlichen Wandel ihrer Zeit?

Manet und Degas führten zeitlebens einen bildhaften Dialog - inmitten einer Epoche tiefgreifender politischer und sozialer Transformationen. Im Paris des Second Empire und der Dritten Republik waren sie Zeitzeugen und künstlerische Chronisten radikaler Veränderungen: Haussmanns autoritär durchgesetzter Stadtumbau vertrieb die Arbeiterklasse aus dem Zentrum und schuf die moderne Metropole als Bühne bürgerlicher Repräsentation. Die Weltausstellungen inszenierten imperiale Macht und technologischen Fortschritt. Das aufstrebende Bürgertum etablierte neue gesellschaftliche Hierarchien und Konsummuster.

In diesem Spannungsfeld entwickelten Manet und Degas ihre Kunst. Beide brachen mit akademischen Konventionen und schufen neue visuelle Sprachen für die moderne Gesellschaft - doch mit unterschiedlichen Perspektiven: Manet provozierte mit seiner Darstellung sozialer Realitäten und stellte bürgerliche Moralvorstellungen infrage. Degas beobachtete die neue urbane Gesellschaft mit kühler Distanz, fing Momente der Isolation in der Masse ein. Mal waren sie Freunde, mal Rivalen, manchmal Gegenspieler - ihre Beziehung spiegelte die Widersprüche ihrer Epoche wider.

Die Fragen ihrer Zeit sind erstaunlich aktuell: Wie verändert urbane Gentrifizierung das soziale Gefüge? Wer hat das Recht auf die Stadt? Wie repräsentiert Kunst gesellschaftliche Realität in Zeiten rasanter Veränderung? Welche Rolle spielen Künstler als kritische Beobachter oder affirmative Chronisten ihrer Epoche?

Der Kunsthistoriker Thomas R. Hoffmann führt Sie ins Paris der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und zeigt, wie zwei wegweisende Künstler der Moderne auf die politischen und sozialen Umbrüche ihrer Zeit reagierten - und was ihre Positionen uns heute noch sagen.

Bild: Édouard Manet - Chez le père Lathuille (1879)
Quelle: Veranstalter

Veröffentlicht am So, 25. Januar 2026 um 18:08 Uhr

  • An der Urania 17
  • 10787 Berlin
  • Tel.: 030 439747999

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