Vorträge und Lesungen
Frankreich seit 1789
- Wann
- Sa, 20. Juni 2026, 11:15 Uhr
- Wo oder WAS
-
Freiburg
Universität, KG I, Hörsaal 1010
Prof. Dr. Jörn Leonhard (Lehrstuhl für die Geschichte Westeuropas, Universität Freiburg):
Monarchie und Revolution, Charisma und Volkssouveränität: Historische Spannungsverhältnisse des Politischen in Frankreich seit 1789
Die Möglichkeit politischer und sozialer Veränderbarkeit durch revolutionäre Gewalt scheint die politische Kultur Frankreichs seit dem Ausgang des 18. Jahrhunderts zu bestimmen. Weit über 1789, 1830, 1848 und den Aufstand der Pariser Kommune 1871 hinaus sind auch das mit »1968« verknüpfte Selbstbild oder die Protestbewegung der gilets jaunes 2018/19 ohne diese historische Präfiguration undenkbar. Zugleich ist die politische Kultur Frankreichs von einem eigentümlichen Spannungszustand gekennzeichnet: zwischen dem revolutionären Kampf um egalitäre Teilhaberechte in der Berufung auf die souveräne Nation einerseits und der kollektiven Faszination durch charismatische Helden an der Spitze von Staat und Nation andererseits - vom roi connétable im 17. und 18. Jahrhundert über Napoleon I. und seinen Neffen bis zu Philippe Pétain und Charles de Gaulle. Der Vortrag fragt nach der historischen Genese dieser Spannung: Wann und warum konnte die Erwartung an eine persönliche Verkörperung nationaler Größe in die Erosion politisch-konstitutioneller Legitimität umschlagen? Und was tragen die französischen Krisenerfahrungen zum Verständnis der strukturellen Krise des Politischen in der Gegenwart bei?
Vortrag im Rahmen der Reihe "Samstags-Uni: Nachbar Frankreich" des
Studium generale der Universität Freiburg und der Volkshochschule Freiburg in Verbindung mit dem Frankreich-Zentrum der Universität Freiburg.
Mehr Informationen unter: https://www.studiumgenerale.uni-freiburg.de/sg/sa-uni Quelle: Veranstalter
Monarchie und Revolution, Charisma und Volkssouveränität: Historische Spannungsverhältnisse des Politischen in Frankreich seit 1789
Die Möglichkeit politischer und sozialer Veränderbarkeit durch revolutionäre Gewalt scheint die politische Kultur Frankreichs seit dem Ausgang des 18. Jahrhunderts zu bestimmen. Weit über 1789, 1830, 1848 und den Aufstand der Pariser Kommune 1871 hinaus sind auch das mit »1968« verknüpfte Selbstbild oder die Protestbewegung der gilets jaunes 2018/19 ohne diese historische Präfiguration undenkbar. Zugleich ist die politische Kultur Frankreichs von einem eigentümlichen Spannungszustand gekennzeichnet: zwischen dem revolutionären Kampf um egalitäre Teilhaberechte in der Berufung auf die souveräne Nation einerseits und der kollektiven Faszination durch charismatische Helden an der Spitze von Staat und Nation andererseits - vom roi connétable im 17. und 18. Jahrhundert über Napoleon I. und seinen Neffen bis zu Philippe Pétain und Charles de Gaulle. Der Vortrag fragt nach der historischen Genese dieser Spannung: Wann und warum konnte die Erwartung an eine persönliche Verkörperung nationaler Größe in die Erosion politisch-konstitutioneller Legitimität umschlagen? Und was tragen die französischen Krisenerfahrungen zum Verständnis der strukturellen Krise des Politischen in der Gegenwart bei?
Vortrag im Rahmen der Reihe "Samstags-Uni: Nachbar Frankreich" des
Studium generale der Universität Freiburg und der Volkshochschule Freiburg in Verbindung mit dem Frankreich-Zentrum der Universität Freiburg.
Mehr Informationen unter: https://www.studiumgenerale.uni-freiburg.de/sg/sa-uni Quelle: Veranstalter
Veröffentlicht am Mo, 13. April 2026 um 09:10 Uhr
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