An der östlichen Außenfront der evangelischen Barockkirche befindet sich das Grab von Friederike Brion (1752-1813), der Jugendliebe von Johann Wolfang von Goethe (1749-1832). Sie wurde im Nordelsass als Tochter eines evangelischen Pfarrers geboren. 1760 zog die Familie nach Sessenheim, wohin ein Theologiestudent den 22-jährigen Goethe von Straßburg führte und ihn seinen Bekannten vorstellte. Friederike machte großen Eindruck auf ihn und inspirierte ihn zu Gedichten. Die Beziehung dauerte von Oktober 1770 bis August 1771. Durch die Reise nach Italien wurde sie beendet, was nach Einschätzung mancher Goethe-Biografen Brions gesellschaftliche Stellung kompromittierte. 1905 kam sie mit ihrem Schwager, Pfarrer Gottlieb Marx, nach Meißenheim.
Dem Lahrer Dichter Friedrich Geßler (1844-1891) ist die Erinnerung an Brion zu verdanken. Er machte sich auf die Suche nach dem mutmaßlich verschwundenen Grab und rief alle Goethefreunde auf, für einen Gedenkstein zu spenden. Der Wiener Dichter Ludwig Eckardt verfasste die Widmung: »Ein Stral der Dichtersonne fiel auf sie/ So reich dass er Unsterblichkeit ihr lieh.«