Kunst

Kammerer-Luka

Black or White and Nothing more?

Wann
So, 10. Mai 2026, 11:30 - 16:00 Uhr
Weitere Termine
Wo oder WAS
Freiburg
Stiftung für Konkrete Kunst
Kammerer-Luka
Black or White and Nothing more?
10. Mai bis 5. Juli 2026

StKK - Stiftung für Konkrete Kunst Roland Phleps
Pochgasse 73 | 79104 Freiburg-Zähringen | Tel.: 0163-8648127
>www.stiftung-konkrete-kunst.org

Sonderprogramm:

>Sonntag, 10. Mai 2026, 11.30 Uhr:
Vernissage: Einführung durch die Kuratorin Dr. Isabelle von Marschall, begleitet von Shuoqi Qiao, Akkordeon.

>Sonntag, 14. Juni 2026, 11.30 Uhr:
Sonderpräsentation der Künstlerbücher Kammerer-Lukas mit Dieter Weber, Archiv Kammerer-Luka

>Sonntag, 5. Juli 2026, 11.30 Uhr:
Konzert: ZWEI AUS VIER
mit Christine Rall, Sopransaxophon und Andreas van Zoelen, Tenorsaxophon

Öffnungszeiten: jeden Sonntag, 11.30 bis 16.00 Uhr, Eintritt frei

Bildlegenden:
(1) Kammerer-Luka: Méta-Écriture, 1980, Acryl auf Lwd., 136 x 120 cm, © Archiv Kammerer-Luka, Foto: Dieter Weber.
(2) Reflektieren, 1993, Acryl auf Leinwand, 100 x 150 cm, sechsteilig, © Archiv Kammerer-Luka, Foto: Dieter Weber.
(3) Portrait Kammerer-Luka, Belfort 1983, © Archiv Kammerer-Luka

Im Rahmen der Ausstellungssequenz »do you want it black or white?« des Jahres 2026 widmet die Stiftung für Konkrete Kunst Roland Phleps dem deutsch-französischen Künstler Kammerer-Luka eine umfassende Retrospektive mit dem Titel »black or white and nothing more?«.
KAMMERER-LUKA (1929 in Gernsbach als Gerhard Friedrich Ludwig Kammerer; + 2023 in Castres, F) nutzte Schwarz und Weiß als prägnante, zeichenhafte Kontrastpaare. Beide Farben treten in seinem Werk häufig gemeinsam auf, dienen aber ebenso als Gegenpole zu weiteren Farbtönen. Schwarz und Weiß erscheinen dabei nicht nur als binäre Pole - als Positiv und Negativ -, sondern als untrennbares Paar, in dem jedes Element erst durch das andere sichtbar wird.
In seinem OEuvre fungieren Schwarz und Weiß zugleich als Zeichen, Struktur und Form. Als einer der frühen Vertreter der numerischen Computerkunst, der von 1972 bis 2012 eng mit dem Informatiker Jean-Baptiste Kempf zusammenarbeitete, ist Kammerer-Luka in der Stiftungshalle nicht nur mit Skulpturen, Grafiken und Malerei, sondern auch mit frühen Videoarbeiten präsent.
Schwarz und Weiß erscheinen bei Kammerer-Luka als Zeichen. Dabei geht es ihm weniger um den dargestellten Inhalt, wie bei einer Schrift, sondern um das »Dahinter«, eine tiefergehende Wahrheit, die sich hinter der Schrift verbirgt und sichtbar wird, wenn die Schrift von ihrem Inhalt gelöst wird.
Die Ausstellung fokussiert das konkrete Werk des Künstlers ab ca. 1980. Kammerer-Luka findet in der Zusammenarbeit mit dem Programmierer Jean-Baptiste Kempf in Computerprogrammen die Möglichkeit Formen auf mathematische Beziehungen reduzieren. Die »Computerlistings« - Ausdrucke von Ergebnissen, die ein Computerprogramm liefert - werden für ihn zum wesentlichen Bestandteil seines künstlerischen Werkprozesses. Sie eröffnen ihm die Möglichkeit seine künstlerischen Ideen auszuwerten. Und sie zeigen ihm eine hohe Anzahl von Möglichkeiten auf, die sich aus seinen künstlerischen Ursprungsideen ergeben. Aus den so entstandenen Computervisualisierungen wählt der Künstler nach ästhetischen Kriterien aus und überträgt sie auf die klassischen Gattungen Malerei und Skulptur wie vor allem der graphischen Serie, die ein Grundmotiv seines Schaffens ist.
Ein zweiter Aspekt der Kunst von Kammerer-Luka ist dessen radikale Einforderung der Teilhabe des Betrachters. Bereits 1968 gründet er mit anderen die »Groupe Couleur«, die es sich zur Aufgabe macht, (konkrete) Kunst im öffentlichen Raum zu präsentieren. In den in der Stiftung für Konkrete Kunst gezeigten Arbeiten wird dies durch modulare Elemente umgesetzt, die im Sinn des Künstlers je nach Hängung unterschiedlich sind. Auch hier tritt die Vielzahl der Möglichkeiten in den Vordergrund.
KAMMERER-LUKA studierte Philosophie, Geschichte, Germanistik und Romanistik in Freiburg i.Br. und Bonn. Hier kam er in Kontakt mit Rudolf Dischinger, dessen Abendkurse an der Freiburger Kunstakademie er besuchte und in Bonn mit Ernst Wilhelm Nay, mit dem er einen intensiven Austausch pflegte. Mit seiner Übersiedlung nach Belfort 1965 beginnt seine freie künstlerische Tätigkeit. Dort wird er bis 1989 Dozent für Deutsche Sprache am Institut Universitaire Technique de Belfort (IUT), einer Außenstelle der Universität von Besancon sein. Der Aufbau eines Sprachlabors bringt ihn in Kontakt mit Informatikern, eine langjährige Zusammenarbeit mit Jean-Baptiste Kempt entsteht. 1992 gründet er ein Designbüro, das bis 2005 besteht und mit dem er internationale Design-Aufträge umsetzt.
1968 ist er Mitbegründer des »Groupe Couleur« für Farbe am Bau, 1972 gründet er u.a. mit Jean-Baptiste Kempf die »Goupe Art et Ordinateur de Belfort« (GAOB).
Kammerer-Luka wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter die Ernennung zum »Chevalier des Palmes Académiques« (1992) und die Aufnahme in die »Société des Gens de Lettres de France« (1982).
2023 stirbt Kammerer-Luka in Castres.

Rahmenprogramm:
10. Mai 2026; 11.30 Uhr
Vernissage mit Shuoqi Qiao am Akkordeon.

Die Akkordeonistin Shuoqi Qiao (*1998 in China ) erhielt ihre musikalische Ausbildung in China und Europa. Als Preisträgerin internationaler Wettbewerbe wurde sie 2022 mit dem Hans-Schäuble-Award im Rahmen des Arosa Musik Festivals in der Schweiz ausgezeichnet. Seit 2023 ist sie Künstlerin des Programms »Live Music Now« in Österreich. Ihre Konzerttätigkeit führte sie auf internationale Bühnen in Europa und Asien, darunter in den Wiener Musikverein, den Grazer Stefaniensaal sowie zu zahlreichen internationalen Musikfestivals. Darüber hinaus wirkte sie an Produktionen des Österreichischen Rundfunks (ORF) mit.

14. Juni 2026, 11.30 Uhr
Sonderpräsentation der Künstlerbücher von Kammerer-Luka
Dieter Weber, Archiv Kammerer-Luka und Isabelle von Marschall, Kuratorin der Ausstellung im Gespräch.
Die Künstlerbücher von Kammerer-Luka eröffnen einen sehr persönlichen Zugang zu seinem künstlerischen Schaffen. In ihnen verdichten sich seine vielschichtigen Auseinandersetzungen mit formalen und gestalterischen Fragestellungen zu einem eigenständigen Medium, das sich im aktiven Blättern unmittelbar erschließt.
Im Zusammenspiel mit Filmen, Skulpturen und Wandarbeiten treten sie bei dieser Sonderpräsentation aus dem Hintergrund hervor: Besucherinnen und Besucher der Ausstellung haben an diesem Tag die seltene Gelegenheit, Entwürfe und originale Unikate zu sehen, die aus konservatorischen Gründen kaum öffentlich gezeigt werden.
Im Gespräch mit dem Geschäftsführer des Archivs Kammerer-Luka, Dieter Weber, und der Kuratorin können die Künstlerbücher in direktem Austausch entdeckt und ihre Geschichte Blatt für Blatt nachverfolgt werden.

5. Juli 2026, 11.30 Uhr
ZWEI AUS VIER
Sonderkonzert mit Christine Rall und Andreas van Zoelen aus dem »Raschèr-Saxophone Quartet«
Christine Rall und Andreas van Zoelen sind Mitglieder des international renommierten »Raschèr Saxophone Quartet«, das die klassische Saxofontradition seit Jahrzehnten prägt. Zugleich sind beide als Solisten, Kammermusiker und Pädagogen international tätig und konzertieren mit namhaften Orchestern im In- und Ausland, darunter - um nur zwei Beispiele zu nennen - das SWR-Symphonieorchester und das Singapore Symphony Orchestra.
An diesem besonderen Tag erschließen sie die Klangvielfalt des Saxofons für die Besucherinnen und Besucher der Stiftungshalle. Werke ihres Repertoires, das von Alter Musik bis zur Gegenwart reicht, werden in eigens eingerichteten Fassungen neu gedacht und auf die intime Besetzung des Duos übertragen.
Quelle: Veranstalter

Veröffentlicht am Do, 07. Mai 2026 um 13:02 Uhr

  • Pochgasse 73
  • 79098 Freiburg im Breisgau

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