Klassik
Summerwinds Festival: Carousel Chamber Ensemble: Wiener Mélange in Münster
- Wann
- Fr, 24. Juli 2026, 20:00 Uhr
- Wo oder WAS
-
Münster
Gut Havichhorst - Vorverkauf
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- Tickets zu vielen Veranstaltungen können auch in den BZ-Geschäftsstellen erworben werden.
- Veranstalter
- GWK e.V.
Delikat, der Koffein-Kick aus der Weltstadt der Klassik. Carousel serviert eine »Wiener Mélange«, die es in sich hat. Extrem aromatisch, ist sie zugleich ausgewogen und raffiniert.
Das Ensemble aus Preisträger:innen großer Wettbewerbe, 2019 von Annelien Van Wauwe, leidenschaftliche Kammermusikerin und Solistin bei Spitzenorchestern weltweit, gegründet, genießt internationale Reputation. In der »Wiener Mélange« kombiniert Carousel lebenshungrig-liebestrunkene solitäre Quartettsätze mit lebensbejahend-heiteren Klarinettenquintetten.
Nemesis
Hochromantische Emphase, Glück bis zur Ekstase und fiebrige Sehnsucht herrschen in Anton Weberns Quartettsatz. Der Kompositionsstudent ist 1905 noch nicht der atonale Zwölftöner der Zweiten Wiener Schule. Ob in sein Stück Biografisches einschlug? »Zwei Seelen hatten sich vermählt!«, notierte der 22-Jährige nach einem Wanderurlaub mit seiner späteren Frau in sein Tagebuch ... Strahlende Serenität dagegen im Klarinettenquintett von Robert Fuchs, das zu seinem 70. Geburtstag uraufgeführt wurde. Hier ist alles maßvoll. Dennoch berührt die Musik des Professors für Komposition am Wiener Konservatorium tief mit ihrem ausbalancierten Dialog von Klarinette und Streichern, den atmenden Melodien, der farbigen Harmonik. »Fuchs ist ein famoser Musiker«, lobte Brahms. »So fein und so gewandt, so reizvoll erfunden ist alles, man hat immer seine Freude daran!«
Dramatische Wucht, existenzielle Unruhe und Verletzlichkeit, Nervosität, schwebende Melancholie - eine fast schmerzliche Schönheit erfüllt den Quartettsatz c-Moll, den Schubert mit 23 schrieb. Ob Franz damals schon von seiner Syphilis wusste? Schubert starb nur wenig jünger als Mozart. Trotz seines frühen Todes spricht man von Mozarts Spätstil, auch beim Klarinettenquintett, mit dem er 1789 diese Gattung begründete. Die Klarinette ist Partnerin und Solistin im Hin-und-Her der Stimmen. Bezaubernd ihr inniges Lamento im langsamen Satz, das Menuett mit dem ländlerhaften ersten und dem vertrackt-virtuosen zweiten Trio. Spiel, Eleganz und Leuchten, sentimentalische Heiterkeit zum guten Schluss.
Wiener Mélange
Anton Webern (1883-1945): Langsamer Satz
Robert Fuchs (1847-1927): Quintett Es-Dur für Klarinette, zwei Violinen, Viola, Violoncello, Op. 102
Franz Schubert (1797-1828): Quartettsatz c-Moll, D. 703
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791): Quintett A-Dur für Klarinette, 2 Violinen, Viola und Violoncello, KV 581 Quelle: Veranstalter
Veröffentlicht am Mo, 27. April 2026 um 19:09 Uhr
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