Vorträge und Lesungen

Weltliteratur aus dem Wiesental

Ein Abend für Johann Peter Hebel. Mit Victor Calero,Friedel Scheer-Nahor,Uli Führe undProf. Dr. Werner Frick (Moderation)

Wann
Mo, 13. Juli 2026, 19:00 Uhr
Wo oder WAS
Freiburg
Universität, KG I, Hörsaal 1010
Weltliteratur aus dem Wiesental: Ein Abend für Johann Peter Hebel.

Er war ein Pionier der alemannischen Mundartliteratur und ist bis heute der bekannteste Dichter und Erzähler des oberrheinischen Raums geblieben: Johann Peter Hebel, am 10. Mai 1760 in Basel geboren, dort und in Hausen im Wiesental aufgewachsen, als Prälat der badisch-lutherischen Kirche am 22. September 1826 auf einer Dienstreise in Schwetzingen gestorben und beerdigt. Hebels literarischer Ruhm begründet sich vor allem aus zwei Quellen: Seine zuerst 1803 anonym publizierten Allemannischen Gedichte im Wiesentäler Dialekt wurden ein enormer Erfolg, der Autor selbst bekannte in einem Brief, er fühle sich »bis zur Trunkenheit glücklich [...], daß es mir gelungen ist unsere sonst so verachtete und lächerlich gemachte Sprache classisch zu machen, und ihr eine solche Celebrität zu ersingen«. Kein Geringerer als Goethe befand in einer Rezension, in Hebels Gedichten sei »auf die naivste, anmutigste Weise durchaus das Universum verbauert«; auch dürften diese dialektalen Kostbarkeiten keineswegs ins Hochdeutsche übersetzt werden: »Einen solchen Dichter muss man im Original lesen! Dann muss man halt diese Sprache lernen!« - Den zweiten Grundstein zu Hebels überragender Bedeutung legten seine im Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes zusammengefassten Kalendergeschichten, darunter überzeitliche Klassiker wie Unverhofftes Wiedersehen (nach Ernst Bloch »die schönste Geschichte der Welt«) oder die kleine, zeitlos komische Erzählung vom reichen-armen Herrn Kannitverstan, aber auch Schwänke, Anekdoten und heiter-subversive Gaunergeschichten wie die vom Zundelheiner und vom Zundelfrieder. Solche Texte in ihrer Verbindung von Volkstümlichkeit und Tiefsinn haben Hebel einen bis heute nicht unterbrochenen Strom kollegialer Bewunderung zugezogen: von Goethe, Gottfried Keller und Leo Tolstoi bis zu Bert Brecht, Hermann Hesse, W.G. Sebald oder Marcel Reich-Ranicki (»Hebels Geschichten gehören zu den schönsten in deutscher Sprache«).

Im 200. Todesjahr erinnert das Studium generale an diesen großen, bis heute lebendigen Dichter und Erzähler vom Oberrhein und widmet ihm eine poetisch-musikalische Soiree mit Rezitationen seiner schönsten und faszinierendsten Gedichte und Geschichten. Für beste Unterhaltung bürgen die Rezitatorin und Mundart-Expertin Friedel Scheer-Nahor, der Schauspieler und Rezitator Victor Calero und der preisgekrönte Hebel-Chansonnier Uli Führe. Durch das Programm führt der Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Werner Frick.

Veranstaltung in der Reihe "Rezitation, Film und Theater" des Studium generale.

Mehr Informationen unter: https://www.studiumgenerale.uni-freiburg.de/sg/rezitation
Quelle: Veranstalter

Veröffentlicht am Fr, 10. April 2026 um 17:32 Uhr

  • Platz der Universität 3
  • 79098 Freiburg im Breisgau

Wir brauchen Ihr Einverständnis für Google Maps!

Unter Umständen sammelt Google Maps personenbezogene Daten für eigene Zwecke und verarbeitet diese in einem Land mit nach EU-Standards nicht ausreichenden Datenschutzniveau.

Durch Klick auf "Akzeptieren" geben Sie Ihre Einwilligung für die Datenübermittlung, die Sie jederzeit über Cookie-Einstellungen widerrufen können.

Badens beste Erlebnisse