Pop
Ami Warning - Wellen Tour 2027 in Freiburg
- Wann
- Sa, 10. April 2027, 20:00 Uhr
- Wo oder WAS
-
Freiburg
Jazzhaus - Vorverkauf
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- Tickets zu vielen Veranstaltungen können auch in den BZ-Geschäftsstellen erworben werden.
»Wellen« ist in seiner Gesamtheit nicht ohne die maximal extremen Monate in Ami Warnings Leben zu verstehen, in der ein Großteil der Album-Songs entstanden ist. Anfang 2025 ist sie erstmals schwanger geworden, noch im Sommer stand sie mit ihrem Vater - dem Sänger, Songschreiber und Multi-Instrumentalisten Wally Warning - auf Bühnen. Wenige Tage nach ihrer letzten gemeinsamen Show und gerade als Amis Bauch dicker und dicker wurde, erschütterte dann eine schwere Krebst-Diagnose das Leben ihres Vaters. Wally Warning starb am 19. September 2025 und verpasste seine Enkeltochter um knappe zwei Monate - »im echten Leben scheint es oft kein happy End zu geben«. Es ist wenig verwunderlich, dass gelöster Enthusiasmus und bedächtige Wehmut, »Bilderbuch-Wetter« und »Krankenhausbetten« auf »Wellen« nah beieinander liegen. Zwischen sinnlichen Gitarren-Chords und sanften Chören versprüht dieses Album eine Melancholie, die sich zwar stets federleicht und warm anfühlt, in ihrer Stoßrichtung aber durchaus variiert.
Ebenso nachvollziehbar erscheint der thematische Überbau der Platte - diese intensive Auseinandersetzung mit aufblühendem und verwelkendem Leben, mit seelischer Heimat, mit inneren Werten; auch mit dem Moment, in dem das eigene Kind - während man selbst noch den Geschmack vom Omas Apfelkuchen im Mund hat - plötzlich zu Laufen beginnt. »Wellen« spiegelt - in seinem Sound, in seinen Texten, selbst in seiner Entstehungsgeschichte - die von Lebensfreude, Spontanität, Angstbefreitheit, Reiselust, Großherzigkeit, Zuversicht und Improvisation geprägte Mentalität, die Amis Eltern auf Ami übertragen haben. Tatsächlich hat sie das erste Konzert ihres Vaters Wally - diesem aus Aruba stammenden Vollblutkünstler, der früh ihre Liebe für die Musik entfachte und sie alsbald im familieneigenen Tourbus mit auf Reisen nahm - noch im Bauch ihrer Mutter erlebt. Die Attitüde ihres Elternhauses gibt Ami nun an die nächste Generation weiter: Als sie den Song »Flugmodus« in einem Münchener Studio aufnahm, hatte sie - da noch im Wochenbett - ihre Tochter im Schlepptau. Sollte diese eines Tages Gefallen am Musikmachen finden, wird Ami ihr unter die Arme greifen; genauso wie es einst ihr Vater tat.
Ihre herzgesteuert-organische, durch und durch anti-mathematische Art, Musik zu machen und melodische Arrangements mit Pop-, Reggae-, Indie- sowie Latin-Flavour zu erspielen, hat Ami in all den Jahren nicht abgelegt. Wie immer hat sie fast alle Songs auf »Wellen« zuhause an der Gitarre selbst komponiert. Das Album erscheint in kompletter Eigenregie - und zehrt dennoch von Amis kreativem Netzwerk, das sich in den letzten Jahren spürbar vergrößert hat. In den »Wellen«-Prozess hat sie die Produzent*innen Bruckner, Novaa, Markus Sebastian Harbauer, Simon Frontzek und Rudi Maier involviert; außerdem enthält die Platte - und zwar an zwei durchaus zentralen Stellen in der Tracklist - Features mit jolle und Carlo5. Die beiden wohl tiefsten, bedeutsamsten, auch finalen Songs der LP bestreitet Ami allerdings alleine. Im matten, zuweilen erschütternden Titeltrack »Wellen« beschreibt sie Momente des Abschieds von ihrem Vater; dann, im umarmenden letzten Stück »Heim kommen« schließt sich der letzte Kreis - spätestens mit der letzten Zeile: »Alles gut, auch, wenn wir uns verändert ham'«. Quelle: Veranstalter
Veröffentlicht am Fr, 22. Mai 2026 um 17:23 Uhr
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