Als im Februar 2004 die Maler ihre Filze einrollten und der neue graue Betonboden kurz vor der Eröffnung noch mal gewienert wurde, gab es kein Zurück mehr. Paul Ege, Unternehmer und passionierter Kunstsammler, hatte im Freiburger Industriegebiet Nord einen lang gehegten Traum wahr werden und seiner hochkarätigen Sammlung mit Fokus auf der Radikalen Malerei und dem Minimalismus ein Museum maßschneidern lassen. In kürzester Zeit entwickelte sich das Haus zu einem öffentlichen Ort mitten im Leben und außerhalb des Alltags, an dem es um grundsätzliche Fragen des Sehens geht, die Ege bis zu seinem Tod 2019 umtrieben: Was ist ein Bild? Und wie nehme ich die Welt durch Bilder wahr?
Das Museum ist ein klassischer White Cube. Die kühle Strenge der Architektur und die vermeintlich von jeder Geschichte und jedem Eigensinn bereinigte Neutralität des weißen Raums bieten eine Bühne, die lange als ideal galt für die Präsentation von Kunst. Weil sie in einer Art Laborsituation die volle Konzentration auf das einzelne Werk ermöglichte.