Kunst

Die Kunsthalle Karlsruhe präsentiert französische Zeichnungen aus vier Jahrhunderten

Die Kunsthalle Karlsruhe präsentiert französische Zeichnungen aus vier Jahrhunderten.

Warum gab und gibt es so viele gute französische Zeichner? Vielleicht weil Zeichnen in Frankreich im 17. Jahrhundert akademisch zur Grundlage jeder Kunstform gemacht wurde. Neben der Malerei entwickelte sie sich zu einer autonomen Gattung, die von der Kunsttheorie erörtert und bald auch von Sammlern geschätzt wurde. In der Ausstellung "sehen denken träumen" breitet die Kunsthalle Karlsruhe eine Auswahl von rund 100 Zeichnungen vom 16. bis 20. Jahrhundert aus.

Ausgestellt sind Blätter des Landschaftsmalers Claude Lorrain oder François Bouchers und virtuose Illustrationen von Fragonard, aber auch Zeichnungen moderner Künstler wie Degas und Odilon Redon. Selbst Arbeiten weniger bekannter Zeichner wie Jean-Jacques Boissieus "Kopf eines alten Mannes" zeugen von Meisterhand; dasselbe Motiv, nicht weniger virtuos, bei Antoine Coypel. Lebendig bei aller klassizistischen Mäßigung Hubert Roberts "Römisches Capriccio mit Straßensängerin" von 1759.

Die Ausstellung thematisiert nicht nur Materialien und Zeichentechniken oder die Bedeutung des Skizzenbuchs. Sie richtet ihr Augenmerk auch auf Spuren und Hinweise, die von der individuellen Bedeutung eines Blatts künden. Dem Besucher möchte sie das Phänomen ‚Zeichnung’ umfassend nahe bringen – in einer "sinnlichen Begegnung" und "Zwiesprache" mit der Zeichenkunst, so Pia Müller-Tamm, Direktorin der Kunsthalle. Der Besucher ist sogar eingeladen, selbst zum Zeichenstift zu greifen. Innerhalb der Ausstellung befindet sich eine Zeichenwerkstatt, in der man die Materialien und Zeicheninstrumente kennen lernen kann und selbst verschiedene Zeichentechniken erproben kann.

Termine: Kunsthalle Karlsruhe, Hans-Thoma-Str. 2–6. Bis 13. Jan. 2019, Di bis So 10–18 Uhr

von Hans-Dieter Fronz
am Fr, 12. Oktober 2018


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