Kunst

Die Schau "Das Geheimnis. Wer was wissen darf" im Basler Museum der Kulturen

Die Schau "Das Geheimnis. Wer was wissen darf" im Basler Museum der Kulturen.

Wissen ist Macht – das wusste schon der englische Staatsmann und Philosoph Francis Bacon. Und weil man Macht ungern teilt, gibt es Geheimnisse. Ein Geheimnis spaltet: in Eingeweihte und Ahnungslose. Es kann gar ganze gesellschaftliche Gruppen definieren. Und man kann damit, gerade auch in der Schweiz, Geld verdienen. Ist es Ausfluss schlechten Gewissens, dass sich mit dem Museum der Kulturen in Basel jetzt ein Schweizer Museum dem Phänomen widmet? Wohl kaum, noch heute gilt vielen Eidgenossen das Schweizer Bankgeheimnis als kulturelle Errungenschaft.

"Das Geheimnis. Wer was wissen darf" heißt die Schau, die ganz unterschiedliche klandestine Erscheinungen ans Licht der Öffentlichkeit zieht. Es geht um indonesische Zauberbücher aus Rindenbast, in denen in Geheimschrift Ritualwissen festgehalten ist, um Liebesbriefe und Möbel mit Geheimfächern. Oder um Schweizer Käse, genauer: die streng geheim gehaltene Rezeptur dafür. Kleine Fenster in Stellwänden gewähren vertrauliche Einblicke. Ausgestellt sind geheime Masken und ausgefüllte Stimmzettel, Kultobjekte und Schutzgeistfiguren. Gleich am Eingang zur Schau durchläuft der Besucher eine Initiation, wenn er unter einer Giebelfigur aus Papua-Neuguinea hindurchschreitet, was bei den Iatmul Eingeweihten vorbehalten war.

An einer Hörstation kann man etwa einem Priester, einem Banker und zwei Callboys lauschen, die von ihrem Umgang mit Vertraulichem erzählen. Doch nicht alle Geheimnisse werden gelüftet. "Einiges bleibt geheimnisumwoben – und das Publikum zu einem gewissen Grad ausgeschlossen", verrät das Museum vorab. Gerade bei einem Schweizer Ausstellungshaus wundert uns das kein bisschen.

Termine: Museum der Kulturen, Münsterplatz 20, Basel. 13. April 2018 bis 21. April 2019, Di bis So 10–17 Uhr.

von Hans-Dieter Fronz
am Fr, 13. April 2018


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