Musikwissenschaftliches Institut

  • Petersgraben 27
  • 4051 Basel (Schweiz)
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Musikwissenschaftliches Institut: Alle Termine

  • Mit Andrea F. Bohlmann Dieser Vortrag untersucht am Beispiel Witold Lutoslawski das Verhältnis zwischen Komponisten und den politischen Bewegungen ihrer Gegenwart. Während die «Solidarnosc» Bewegung gegen die kommunistische Partei Polens in den frühen 1980er Jahren an Zugkraft gewann, versuchte die polnische Gesellschaft und Lutoslawskis internationales Publikum immer mehr die Stimme des prominenten Komponisten in den zentralen Diskurs über demokratische Wertvorstellungen und bürgerliche Gesellschaft zu stellen. Viele Kritiker, Musikwissenschaftler und Aktivisten analysierten und feierten Lutoslawskis Dritte Sinfonie (1983) für ihre explizite politische Aussage. Der Komponist selber aber weigerte sich, sich überhaupt mit der Bewegung auseinander zu setzen und sprach nur selten über die politischen Umstände. Mit einer ethnographischen Sensibilität setze ich im Vortrag die Rezensionsgeschichte der Sinfonie in Beziehung mit Lutoslawskis "Performance" der Solidarität mit der polnischen Opposition in öffentlichen Interviews und privaten Gesprächen. Ich vertrete die Position, dass sein Verhältnis zur Politik mehr ein Produkt seiner sozialen Netzwerke und seiner Selbstdarstellung als Künstler war, als ein Produkt eines Impulses einen Regimewechsel zu bewirken.

    Basel - Schweiz | Musikwissenschaftliches Institut

    Di 23.05.17
    18:15 Uhr
    Lutosławskis politische Refrains

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