Digitalisierung

Virtuelle Realität im Europa-Park Rust

Abtauchen in virtuelle Realitäten: Das digitale Zeitalter hat auch im Europa-Park längst begonnen.

Für die meisten ist ein ganz normaler Besuch im Europa-Park aufregend genug. Wer wissen will, was darüber hinaus noch möglich ist, kann sich mit der schönen neuen Welt der Digitalisierung beschäftigen – und in virtuelle Welten abtauchen.

Voletarium

Einen echten Wow!-Effekt erleben all jene, die zum ersten Mal in die Gondeln des Voletariums steigen und zu einem virtuellen Flug über Europa starten. Eine raffinierte Rundumprojektion lässt Berge, Städte und Landschaften extrem plastisch erscheinen. So gleitet man über Paris und Venedig hinweg, streift die Alpenwelt samt Aletschgletscher, ist verzaubert von der Schönheit norwegischer Fjorde, von Flüssen und Seen. Dabei bewegt sich die Gondel immer wieder passend zur 3-D-Projektion. Geht der Flug durch Wolken, werden die Passagiere in zarten Sprühnebel gehüllt. Teils streift man so knapp über Bergspitzen hinweg, dass die Mitreisenden unwillkürlich die Füße hochziehen oder aufjuchzen. Auch wenn die Ansteherei mitunter ähnlich lang ist wie bei einem Streik der Fluglotsen am Frankfurter Flughafen – es lohnt sich.

VR-Ride Alpenexpress

Ein wenig Leidensfähigkeit beim Anstehen ist auch gefragt, um in den Genuss einer virtuellen Fahrt mit dem Alpenexpress zu kommen. Wer es geschafft hat, darf sich eine von sechs Animationswelten aussuchen, zieht die sogenannte Virtual-Reality- (kurz: VR)-Brille an und steigt in den echten Alpenexpress ein. Parallel zum tatsächlichen Fahrtgeschehen gleitet man so etwa auf einer virtuellen Schlittelpiste in den Alpen durch die Welt des Schellenursli, vorbei an schneebedeckten Tannen, Bergen und Felsen. Durch Drehen des Kopfes kann man auch die Dinge am Wegesrand entdecken wie Schneemänner oder Häuser. Wer übelkeitsanfällig ist, muss mitunter die Augen in der Brille schließen, wenn man ohne Vorwarnung plötzlich rückwärts den Berg hinabsaust, obwohl der Körper in der echten Welt immer noch vorwärts fährt. Das verursacht schnell ein deutliches Örgs!-Gefühl. Dennoch ist so ein VR-Ride eine spannende Erfahrung.

Secrets of Gravity

Wenn die Eltern nach ein paar Stunden schon längst platt sind und die Kinder langsam etwas gaga werden von den vielen wunderbaren Eindrücken und Aufregungen, dann lohnt sich ein Abstecher zu den Secrets of Gravity. Eine jener Attraktionen, die man meist jahrelang übersieht und eher durch Zufall entdeckt. Im Themenbereich Griechenland gibt es den Traumzeit-Dome, eine planetariumsartige Kuppel, in der mit Secrets of Gravity eine eher ruhige Filmprojektion gezeigt wird. Von Europa geht es schwerelos hinauf ins All. Das Beste aber: Während man den Anblick phantastischer Bilder genießt, liegt man genüsslich fläzend auf bequemen Sitzsäcken. Eine Wohltat für den Rücken – und keiner merkt, wenn man mal kurz ein Nickerchen macht.

Coastiality App

Wer gar nicht genug kriegen kann vom Achterbahnen fahren, der kann sie einfach mit nach Hause nehmen. Dazu muss man nur die Coastiality App aus dem App Store oder Game Center auf sein Smartphone laden und eine einfache VR-Brille (gibt es bereits ab zehn Euro) kaufen oder nach Anleitung selber basteln.

App starten, das Smartphone in die Halterung der VR-Brille einschieben, aufsetzen und per Fixieren mit den Augen die entsprechenden Achterbahnen auswählen – und los geht’s. Etwas pixelig, aber durchaus passabel fährt man in einer computersimulierten Animation mit dem Alpenexpress, der Schweizer Bobbahn oder rasanter mit Bluefire & Co., ohne dabei das heimische Sofa verlassen und Eintritt zahlen zu müssen.

Während Kinder bei solchen Trips in die Virtualität vor Begeisterung juchzen, wundert man sich als Erwachsener irgendwann, warum eigentlich immer die gleiche etwas einfältig guckende Blondine neben einem in der Achterbahn sitzt. Da hätten die Programmierer in Zeiten der Emanzipation durchaus auch mal einen netten Mann platzieren können.
von rov
am Mi, 16. Mai 2018

INFO

Öffnungszeiten:
täglich 9 Uhr bis
mindestens 18 Uhr

Eintritt: 49,50 Euro, erm. 42,50 Euro,
bis drei Jahre frei

Kontakt:

http://www.europapark.de  

Autor: bz


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